Hallo ich bin der Sascha!
Bin schon viel länger bei unserem Frauchen, als Rasputin und kenne sie in- und auswendig!
Damit ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt: ich bin ein Mischling - Vater: Schäfer-Berner-Senner-Mix, tja und Mutter: schwer zu sagen. Sie sieht aus wie ein Kurzhaardackel auf zu langen Beinen, aber wer da alles mitgemischt hat, ist leider unbekannt.
Ich jedenfalls, bin 53 cm hoch und ein Filou, wie es im Buche steht ;-)

Frauchen hat schon viel Stress mit mir gehabt. Ab und zu (wenn ich mal wieder richtig über die Stränge geschlagen hab) sagt sie: "Heut Abend kommst du auf den Grill!"
Trotzdem halten wir es jetzt schon 6 Jahre miteinander aus!
Liegt wohl daran, das ich soooo süss bin, und soooo intelligent (naja, und das Frauchen soooo viel Geduld hat).

Nein, ich schaue jetzt nicht in die Kamera, bin stur!

Na gut, weil du es bist!

Nun kommt mal ein bisschen was über mich, wenn ich hier schon 'ne eigene Seite kriege!


Man könnt ja ganze Romane schreiben sagt Frauchen immer, soviel Mist wie ich baue.

Männo, dabei bin ich so intelligent, arbeitswütig und eigentlich ja auch top erzogen.

Das Problem ist: ich vergess das immer ;-).

Frauchen meint allerdings, das ich da nicht unbedingt dran Schuld bin. Da haben wohl mehrere Faktoren (wat immer dat is) eine Rolle gespielt.


Als sie mich bei meinen ersten Leuten kennenlernte, da war ich schon der Klügste von allen. Wenn jemand eine Rascheltüte (Kartoffelchips, Gummibärchen, usw.) in die Hand nahm, war ich als einziger von meinen Geschwistern sofort zur Stelle und hab meinen Teil eingebettelt. Sonst kommt man ja zu nix. Immer nur Muttermilch ist ja auch nichts, gelle. Und ich war total verrückt auf Orangensaft, Apfelsaft, Äpfel fangen und fressen (das mit den Äpfeln hab ich von meiner Mama abgeschaut).

Ja, ich war eindeutig der aktivste und klügste von allen. Als Frauchen das erstemal kam, hab ich sie als erster begrüsst und bin stundenlang nicht mehr von ihrem Schoß weggegangen. Sie hatte sozusagen keine Wahl ;-).


Der erste Tag bei ihr war für uns beide saumässig stressig. Als erstes hab ich mal das Katzenklo als neue Nahrungsquelle entdeckt. Fand Frauchen nicht so toll. Katzenfutter war auch verboten! Na toll, das fing ja gut an hier!

Dann ging sie mit mir raus. Also Autos von innen kannte ich ja schon, das haben mir meine ersten Leute schon gezeigt, bin auch schon mal rumgefahren worden, damit ich nicht gleich Panik kriege. Aber ich bin auf einem Bauernhof, weit ab von jeder Straße aufgewachsen und nun sah ich viele, viele Autos das erstemal an mir vorbeidonnern! Keinen Schritt wollt ich gehen! Nein, nicht mit mir! Das ist ja wie im Krieg hier! Und da sollte ich noch meine "Geschäfte" erledigen? Nee, nee, da hab ich schön gewartet, bis wir wieder zu Hause waren.

Nach einer Woche, auf der Straße bis zum Park tragen, fand ich das dann aber alles schon ziemlich easy und wusste auch, das das Haus nicht für die Geschäftchen gedacht ist.


Auch das "Komm" etwas Gutes bedeutet hatte ich schon kapiert. Von da an durfte ich (ausser an der Straße) schon ohne Leine gehen und konnte stundenlang rumtoben. Frauchen meinte immer, das Welpen in dem Alter nicht lange toben, weil sie noch viel Schlaf brauchen. Aber wenn wir einen 2-Std.-Marsch hinter uns hatten, dann wollte ich noch mindestens 'ne halbe Stunde Ballspielen (was ich auch schnell kapiert hatte, vor allem weil man die Dinger nicht wie Äpfel zerbeissen und fressen konnte) und das mit grad mal 13 Wochen. Sie sagte, ich hab irgendwie einen Atomantrieb, oder sowas und wäre einfach nicht kaputt zu kriegen ;-).


Die üblichen Befehle, wie "Sitz", "Platz", "Fuß", "Bleib", "Such", "Bring", hatte ich innerhalb von knapp zwei Monaten kapiert. Frauchen hat nur noch gestaunt, wie schnell ich etwas kapiert habe und freudig gehorcht habe! Mensch, wat denkt die denn? Nach 3 mal erklären ist doch alles paletti und ich weiß was ich zu tun habe!


Weil ich so schnell gelernt habe hat sie mir dann auch noch echt putzige Sachen beigebracht, wo andere Leute nur gestaunt haben.

Z.B. das mit meiner Stubenreinheit hatte ich ja eigentlich schnell kapiert. Das Problem war: ich bin immer nur einfach zur Tür gegangen und hab mich davor gesetzt, wenn ich mal musste. Das sie das nicht immer sehen konnte, wenn sie was anderes tat, oder nachts schlief, hab ich aber doch nicht gewusst. Also hat sie mich ne zeitlang beobachtet und jedesmal wenn ich mich vor die Tür setzte hat sie sich daneben gesetzt und gesagt: "sag bescheid! Wau, Wau, Wau" (da hat sie versucht mein Bellen nachzumachen ;-) ). Nach dem 3. mal zeigen (wie üblich) hatte ich kapiert und mich vor die Tür gesetzt und 3 mal gebellt. Das machte ich von da an jedesmal wenn ich raus musste, oder jedesmal wenn Frauchen sagte: sag bescheid! auch wenn ich garnicht musste, nur um es anderen Leuten zu zeigen.

Als nächstes hat sie mir Pfote geben beigebracht. Das mit der rechten Pfote hab ich auch nach 3 mal kapiert. Das ich auf: gib die andere! die linke geben sollte, hat dann schonmal einen Nachmittag gedauert (bin immer mit den Pfoten durcheinander gekommen). Zu der Zeit war ich grad mal 4 Monate alt!

Tja, und mir war schon wieder langweilig.

Also nächste Übung. Dafür haben wir aber fast 3 Wochen gebraucht. Nämlich abends, wenn es hiess: jetzt gehen wir schlafen, räum auf! Dann musste ich meine ganzen, im Haus verteilten Spielsachen einzeln nehmen und zu meiner Decke tragen. Hat mir riesen Spaß gemacht, vor allem, weil Frauchen dann gern noch mal ein Spielchen mit mir eingelegt hat und alles, was ich brav zur Decke brachte nochmal geworfen hat, damit ich mich nochmal müde tobe und nicht die Lust am aufräumen verliere.

Gut das hatten wir nun auch intus. Und nun???

Frauchen hatte zum Glück noch mehr Einfälle damit mir nicht langweilig wird. Ich sollte die Bezeichnungen für die verschiedenen Spielsachen lernen. Erstmal: bring Stöckchen, Knochen, Ball. Männo, ist das laaangweilig, das kann doch jedes Baby!

Also weiter: bring Stöcken (klein), Stock (gross), kleiner Ball (Tennisball), grosser Ball (Fussball), Ente (Plüschtier klein), Elefant (Plüschtier grösser), Hausschuh (die Dinger, die sie normal an ihren Füssen haben sollte).

Dann ist ihr nichts mehr eingefallen. Aber mir! Wie wärs mit: bring Katze!

Komisch, fand weder das Katerchen noch Frauchen toll! Der Kerl hat geschrien, als ob ich ihm ans Leben wollte, obwohl ich ihn ganz vorsichtig getragen habe. Als ich ihn dann loslies hat er mir gleich noch ein paar gepfeffert!

Ansonsten haben wir uns aber super verstanden. Wir haben zusammen geschlafen und miteinander gespielt. Das war echt immer toll. Er, der Kater Mika, hat mir ein Bällchen mit seiner Pfote zugeschossen, ich habs aufgefangen und zu ihm zurück getragen. Bin dann wieder ein Stück wegggegangen und hab auf den nächsten Schuß gewartet. Sowas haben wir täglich mindestens 'ne halbe Stunde gespielt.


Soweit, so gut. Jetzt kommen wir zu den Problemchen und deren vermutlicher Entstehung.


Wir gingen an der Straße spazieren. Ich war 9 Monate alt und konnte schon sauber, ohne Leine "bei Fuß" gehen. Da springt auf der anderen Straßenseite ein Bobtail wild kläffend über den (viel zu niedrigen) Gartenzaun, rast von hinten auf mich zu und greift mich blindwütig an. Und das, wo ich nichts getan hab, als ganz gehorsam neben Frauchen auf der anderen Seite zu gehen! Boaaah war das ein Schock!

Aber ich hab mich nicht lumpen lassen. Obwohl ich nicht mal halb so gross war hab ich dem Kerl einen sauberen Kampf geliefert! Feige bin ich nämlich nicht, gell! Dann kam der Besitzer und hat seinen Hund fürchterlich angebrüllt, aus dem Gewusel rausgegriffen und zurück über den Zaun geschmissen.

Äussere Verletztungen hatte ich keine, aber meine liebe, reine Seele hatte von nun an einen Knack weg. Sobald ich irgendwo einen Rüden sah hab ich angegriffen, nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.

Und Männer hab ich nun irgendwie auch in schlechter Erinnerung, obwohl mir derjenige ja geholfen hat, hab ich ihn nur als brüllendes Monster im Kopf. Seit dem geh ich auch auf Münner los, wenn sie mir in die Augen schauen, oder mich blöd anquatschen.

Von nun an war ich unberechenbar, und durfte nur noch in den einsamsten Gegenden ohne Leine laufen. Frauchen fing an nur noch früh morgens und spät abends mit mir grössere Spaziergänge zu machen. Das war ja auf Dauer keine Lösung, also meinte sie, wir sollten mal in einen Hundeverein gehen. Das war ein Schäferhundverein, der Erziehungskurse für alle Rassen ab einem Jahr angeboten hat. Ich war zwar erst 11 Monate, aber die haben uns trotzdem genommen, weil ich einen sehr guten Grundgehorsam hatte.

Die ersten 3 Stunden hab ich Opernarien gesungen, weil ich absolut nicht verstehen konnte, das ich an der Leine neben Frauchen sitzen und gehen sollte, ohne all die "gemeingefährlichen" Rüden angreifen zu dürfen (von 20 Hunden waren 15 Rüden).

Aber dann hab ich kapiert, das die anderen genauso gehorchen müssen und eigentlich nur Frauchen zählt.

Bis wir zu der Übung "durch eine Menschengruppe gehen" kamen. Da sollte ich nun mitten zwischen 5 Männern durchgehen??? Nee, ich hab mir den erstbesten aufs Korn genommen und einen Angriff gestartet.

Der Ausbilder fragte Frauchen, ob sie was dagegen hätte, wenn er mal kurz ein bisschen Unterordnung mit mir macht. Tja, und der Kerl hatte mich voll im Griff, der war gaaanz lieb, solange ich gehorsam bei Fuß ging und mich nicht dafür interessierte, das er ein Mann ist.


Beim nächsten mal kam wieder normale Gruppenarbeit. Da musste ich dann neben Frauchen Platz liegen und der Ausbilder ist auf mich zugerannt, an mir vorbei und weg. Und ich sollte liegenbleiben. Die ersten zwei Male wollt ich noch angreifen, dann hatte ich kapiert, das er ja nur an mir vorbeiläuft. Nächste Steigerung: er lief wild brüllend auf mich zu! Hat mich nicht die Bohne interessiert. Beim nächstenmal hat er zusätzlich wild mit den Armen rumgefuchtelt. Da wurd ich zwar etwas unruhig, aber nach der dritten Übung hatte ich auch das kapiert.

Also wieder durch eine Gruppe von Männern gehen. Kein Problem.

Eine Woche später giest es in strömen, alle haben grosse Regenjacken mit Kapuzen an. Das waren Monster für mich und ich bin voll dazwischen gefahren!

Aber auch das hab ich irgendwann kapiert.

Zum Schluß konnte Frauchen mich mitten zwischen 20 Hunden, nebst Herrchen/Frauchen ablegen, ins Vereinsheim gehen und ne halbe Stunde Kaffeetrinken, ohne das ich mich von der Stelle gerührt habe. Ich war nicht nur der beste Hund in dem Kurs, sondern auch der Beste des Vereins in dem Alter.

Nur, was nützt das ganze, wenn es nur und ausschliesslich auf dem Hundeplatz funktioniert? Sobald wir das Gelände verlassen haben und zum Auto gegangen sind, hab ich wieder blindwütig alles angegriffen.

Als ich 3 Jahre alt war hat Frauchen mich dann kastrieren lassen, in der Hoffnung das das vielleicht ein bisschen hilft. Och nee eyh, jetzt bin ich nur noch ein halber Mann L.

Naja, nach ca. einem Jahr war ich dann etwas ruhiger, aber viel hat es nicht genützt. Jetzt kommt es halt auf die anderen Hunde an, ob ich angreife oder nicht. Früher war das vällig egal wie die sich verhalten haben.


Und dann kam Rasputin! Ein Riesenmonster! Der erste Rüde, mit dem ich richtig toll spielen kann.

Er ist zwar ein bisschen tolpatschig und langsam in seinen Reaktionen, aber er ordnet sich mir sehr gut unter. Viel mehr kann man von so'nem Dinosaurier ja wohl nicht erwarten.

Er würde ja keiner Fliege was zuleide tun. Aber wenn ich sage: "Hey Kumpel, den Schweinepriester da drüben müssen wir uns mal vorknöpfen!", dann macht er anständig mit und ich hab in ihm eine beeindruckende Hilfe!

Findet Frauchen natürlich nicht so toll. Aber was hat die schon bei einer "Männerfreundschaft" mitzureden!

 

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